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5/26/2011 - DIHK legt Konjunkturumfrage Frühsommer 2011 vor

Wirtschaft läuft auf vollen Touren – und braucht Fachkräfte

Das Frühjahrsgutachten zeigt: Die Wirtschaft läuft auf Hochtouren. Cover: DIHK
Das Frühjahrsgutachten zeigt: Die Wirtschaft läuft auf Hochtouren. Cover: DIHK
stahl und eisen - 

Die Wirtschaftskrise ist Vergangenheit: Vor dem Hintergrund seiner aktuellen Konjunkturumfrage hebt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) seine Wachstumsprognose um 0,5 Prozentpunkte auf 3,5 % an. "Die Wirtschaft läuft auch in diesem Jahr auf vollen Touren", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, der die Ergebnisse der Auswertung "Konjunktur im Frühsommer 2011" gestern in Berlin vorstellte. "Export- und Inlandsgeschäft tragen den Aufschwung. Die Unternehmen wollen kräftig investieren und einstellen."

Die aktuelle Umfrage beruht auf mehr als 24 000 Antworten. Sie zeigt, dass die Betriebe ihre Geschäftsperspektiven so zuversichtlich beurteilen wie im Boomjahr 2007, ihre Geschäftslage schätzen sie sogar etwas besser ein als vor vier Jahren. Dabei fußt das Wachstum laut Wansleben auf breiterer Basis: "Die Binnenwirtschaft übernimmt mehr und mehr die konjunkturelle Stützungsfunktion", berichtete der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Auch die Investitionsabsichten der Unternehmen verbessern sich noch einmal leicht und erreichen ein neues Rekordniveau."

Zusammen mit der schwungvollen Exportentwicklung unterstütze dies den Arbeitsmarkt. "In nahezu allen Branchen stehen die Zeichen auf Personalaufbau", so Wansleben. "Industrie, Handel und Bau weisen so gute Beschäftigungspläne auf wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr." Die Zahl der Arbeitslosen falle in diesem Jahr auf durchschnittlich 2,8 Mio. – den niedrigsten Wert seit 20 Jahren. Allerdings mache sich der Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt mehr und mehr bemerkbar, warnte Wansleben. Die Fachkräftesicherung werde "mehr und mehr zum Megathema". Es gelte, bereits jetzt die Weichen richtig zu stellen. "Wir brauchen eine höhere Erwerbsbeteiligung von Älteren, Frauen – und auch von Migranten." Das geplante Anerkennungsgesetz könne einen Beitrag leisten; und auch die Zuwanderung gehöre in ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Fachkräftesicherung.
Zum Konjunkturrisiko Nummer eins entwickelten sich aus Unternehmenssicht die Energie- und Rohstoffpreise, berichtete der DIHK-Hauptgeschäftsführer weiter. "Sie erreichen mittlerweile nicht nur als Kostenfaktor für die Unternehmen schmerzliche Höhen, sondern dämpfen auch die Konsumlaune." Erschwerend dazu kämen aktuell die Folgen der steigenden Strompreise seit der Abschaltung deutscher Kernkraftwerke. Angesichts der mit der erfreulich guten Konjunkturentwicklung steigenden Steuereinnahmen forderte Wansleben, das Thema Steuerreform wieder auf die Tagesordnung zu nehmen. "Wir sehen nach wie vor Handlungsbedarf vor allem bei den Unternehmensteuern." Eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse gibt es hier.
Source: DIHK, Berlin